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Vorstand Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg e.V.

Vorstand

Prof. Dr. Stefan Tenbohlen (Vorstandsvorsitzender)
Leiter des Instituts für Energieübertragung und Hochspannungstechnik, Universität Stuttgart

Der für uns alle sichtbare Klimawandel zeigt, dass wir hinsichtlich des Umgangs mit Energie nicht so weiter machen können wie bisher. Die Energiewende mit dem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien ist daher ein konsequenter und notwendiger Schritt, auch für die uns nachfolgenden Generationen hohe Lebensqualität sicherzustellen. Um die Energiewende erfolgreich zu gestalten, sind allerdings neben der Akzeptanz auch viele technische Herausforderungen und Fragestellungen zu lösen.

Als Leiter des Instituts für Energieübertragung und Hochspannungstechnik an der Universität Stuttgart und Studiendekan des Bachelorstudienganges „Erneuerbare Energien“ engagiere ich mich sowohl in der Forschung als auch in der Lehre, um die Energiewende zum Erfolg zu führen. So ist das Thema der Netzintegration der fluktuierenden Erzeuger, wie z. B. Photovoltaik und Windenergie, zentraler Punkt in verschiedenen von uns zu bearbeitenden Forschungsprojekten. Smart Grids sind dabei ein unverzichtbarer Bestandteil.

Dr. Martin Konermann (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
Technischer Geschäftsführer Netze BW GmbH

Für mich als technischer Geschäftsführer des größten Verteilnetzbetreibers in Baden-Württemberg ist das Thema Smart Grid zentraler Bestandteil um die Energiewende bei uns zum Erfolg zu führen. Mit großem Einsatz testen wir in unterschiedlichen Pilotregionen die verschiedenen Elemente eines Smart Grids und führen diese systemisch zusammen. Neben innovativen Konzepten setzen wir stark auf die Zusammenarbeit mit Bürgern, Politik, Wissenschaft und anderen Unternehmen. Denn nur gemeinsam werden wir die Herausforderungen meistern.

Aber auch privat experimentiere ich, getrieben von der Neugier eines Ingenieurs, mit verschiedenen technischen Lösungen. Neben der Solaranlage auf unserem Dach versuche ich bspw. durch einen Smart Meter im Keller das Thema auch meiner Familie zugänglich zu machen. Als nächstes denke ich drüber nach durch eine KWK-Anlage im Keller und eine intelligente Steuerung eine autonome Versorgung unseres Hauses im Störungsfall zu realisieren.

Dr. Christoph Schlenzig (Kassierer)
Geschäftsführer der Seven2one Informationssysteme GmbH

Um die Energiewende zu einer echten Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu machen,  müssen neue Geschäftsmodelle die Umstrukturierung des Energiesystems begleiten. Bereits heute ist deutlich, dass leistungsfähige IKT-Werkzeuge die notwendige Voraussetzung für diese Geschäftsmodelle im Energiesystem der Zukunft darstellen. Zur Optimierung der Flexibilität in Echtzeit und für eine Kommunikationstechnik, die zu jeder Zeit die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch halten kann, muss ein immenses Datenwachstum bewältigt werden. Wir werden einheitliche, kostengünstige und gleichzeitig hochflexible Software Plattformen zur Integration von Daten und Prozessen benötigen, die als Basis für den Aufbau von Smart Energy Geschäftsmodellen dienen.

Als Geschäftsführer der Seven2one Informationssysteme GmbH, einem führenden Hersteller von Softwarelösungen für den Energiehandel in Europa, möchte ich dazu beitragen, die Region Baden-Württemberg als Vorreiter für Smart Energy Geschäftsmodelle in Deutschland zu etablieren und die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in Deutschland weiter voranzutreiben.

Beisitzer

Dr. Jann Binder
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)

Über Jahrmillionen in Form von Öl und Kohle gespeicherte Sonnenenergie für den aktuellen Strom- und Wärmebedarf zu nutzen, ist eine Technik von gestern und nicht nachhaltig. Das ZSW unterstützt das Energiesystem der Zukunft durch Technologieentwicklung für die direkte Nutzung der Sonnenenergie mithilfe von Photovoltaik, Energiespeicherung in Batterien und über den Power-to-Gas Prozess, Energiewandlung mit Brennstoffzellen, sowie durch Systemanalyse und moderne Verfahren zur Vorhersage von Erzeugung und Lasten. Die Smart Grids-Plattform führt verantwortliche Akteure aus Forschung, Energiedienstleistung und -versorgung zusammen, um mit den entwickelten Technologien, Intelligenz im Netz und neuen Prozessen und Geschäftsmodellen die Energiewende umzusetzen. Damit unterstützt die Plattform nicht nur den Klimabeitrag unseres Landes, sondern ermöglicht Unternehmen für den wachsenden Markt regenerativer Energiesysteme Know-How aufzubauen, zukünftige Lösungen lokal in Betrieb zu nehmen und dann international zu vermarkten.

Tobias Egeler
Leiter Netzwirtschaft der TransnetBW GmbH

In der Transformation unseres Energiesystems hin zu den Erneuerbaren Energien muss weiterhin jederzeit die System- und Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Maßgeblich ist hierbei die ganzheitliche Betrachtung des Zusammenwirkens smarter Netze („smart grids“) mit smarten Märkten („smart markets“) in einem smarten System („smart system“). 

Die TransnetBW verfolgt innovative Ansätze, nutzt die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und Vernetzung und hält auch künftige Infrastruktur-Entwicklungen wie etwa Sektorenkopplung und Speicher im Blick – so arbeiten wir am smarten System der Zukunft. Und das nicht nur mit den anderen Übertragungsnetzbetreibern auf europäischer Ebene, sondern auch und insbesondere in Baden-Württemberg. Für diese vertikale Sicht steht unter anderem das Engagement der TransnetBW in regional verwurzelten smarten Projekten wie C/sells oder der DA/RE Netzsicherheitsplattform sowie mein Engagement im Verein SmartGridsBW.

Dadurch erreichen wir nachhaltig Versorgungssicherheit für Baden-Württemberg mit dem Know-How aus Baden-Württemberg – und bieten damit auch Lösungen an für den europäischen Stromverbund.

Prof. Dr. Wolf Fichtner
Leiter des Lehrstuhls für Energiewirtschaft, Karlsruher Institut für Technologie

Wir sind mitten in einem massiven Umbruch der europäischen und insbesondere der deutschen Energiewirtschaft. Bereits heute treten regelmäßig Netzengpässe im Übertragungsnetz auf, und nun sind teilweise auch die Aufnahmegrenzen von Verteilnetzen in ländlichen Gebieten erreicht. Die zentrale Herausforderung in diesem Zusammenhang ist die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in einem System, das durch große Fluktuationen und eine Vielzahl an dezentralen Entscheidern mit eigenen Zielfunktionen gekennzeichnet ist.

Eine wichtige Handlungsoption ist die Entwicklung von Smart Grids, weshalb wir am Lehrstuhl für Energiewirtschaft des Instituts für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion am Karlsruher Institut für Technologie eine Forschungsgruppe „Dezentrale Energiesysteme und Netze“ eingerichtet haben, die sich mit techno-ökonomischen Fragestellungen im Bereich Smart Grids beschäftigt. Denn durch IKT im Energiesystem kann es gelingen, den ansonsten notwendigen Netzausbau zu reduzieren. Außerdem ist der Einsatz von IKT eine wesentliche Voraussetzung, um den Kunden stärker in das Energiesystem zu integrieren, um so Lastflexibilitäten auf der Stromnachfrageseite heben zu können

Gebhard Gentner
Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH

Selten wurde ein Wirtschaftszweig durch massiven staatlichen Eingriff in einer so kurzen Zeit so stark verändert, wie die Energiebranche. Die sichere Energie-versorgung ist elementar für die Daseinsvorsorge und für die Wirtschaftskraft in Deutschland. Mit dem generellen massiven Ausbau der Energiewende stoßen die bisherigen Systeme an ihre Grenzen. Smart Grids kann hierbei Teil der Lösung sein.

Jetzt gilt es, die Komplexität dieser Zusammenhänge zu kanalisieren, zu strukturieren und zu steuern. Smart Grids ist ein Baustein dieser Lösung und muss den richtigen Platz in diesem komplexen Gebilde finden.

Die Aufgabe der Smart Grids-Plattform sehe ich darin, die Weichen richtig zu stellen und den politischen Entscheidungsträgern einen vernünftigen Weg aufzuzeigen.

Ralf Klöpfer 
Mitglied des Vorstands MVV Energie AG

Das Energiesystem der Zukunft wird dezentraler, erneuerbarer vor allem auch flexibler. Gleichzeitig muss es eine hohe Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Kosten und bei umweltfreundlicher Erzeugung sicherstellen. Dazu brauchen wir ein intelligentes Netz. Es dient als Plattform für das Zusammenspiel von Energieversorgern, dezentralen Erzeugern und Verbrauchern.

Für MVV Energie als eines der führenden Energieunternehmen in Deutschland ist die Gestaltung dieses Marktplatzes die Grundlage für neue Geschäftsmodelle in der Energieversorgung. Daher beteiligen wir uns an zukunftsweisenden Projekten in dem Bereich Smart Grids - in der Technik ebenso wie bei der Entwicklung von Marktmodellen und der notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen.

Dr.-Ing. Albrecht Reuter

Geschäftsführer der Fichtner IT Consulting GmbH

In der Überzeugung, dass die Energiewende nur mit Smart Grids Technologien und einer Gesinnung des aktiven Mitgestaltens gelingen kann, engagiere ich mich im Vorstand der Smart Grids Plattform Baden-Württemberg. Als Ingenieur begeistert mich die Konzipierung und die technische Realisierung von zukunftsfähigen Infrastrukturkonzepten, die ich als Vorstand der Fichtner IT Consulting AG sowie als Leiter der Smart Grids Geschäftsentwicklung für die Fichtner Gruppe verantworte. Die technische Lösung umsichtig in den Dienst des Menschen zu stellen und stets die aktuell betrachtete Komponente als Teil des Ganzen zu betrachten ist meine Mission - professionell und privat.